II Aus dem Tagebuch des Planeten Mars

Polarity Verlag - Geschrieben am 12.10.2017

Aus dem Tagebuch des Mars II

Früher, vor 1930 war ich noch beim Skorpion angestellt – oder der bei mir > wie man es denn sehen möchte.
Das waren Zeiten. (Mein Geheimnis bleibt mein Geheimnis: Sie sind noch nicht vorbei.)
Da durfte ich mit der Skorpiuntertützung noch richtig unheimlich sein und wirken.
Einfach gut, Nosferatu, Dr. Mabuse, meine Freunde.
Ich und duster, mochte Totschlag, Verrat und Grabräuber, hatte und brauchte keinen Respekt vor nichts.
Ich war ich und nicht nur auf das Werden, Werden, Werden und nochmals Werden reduziert.
Das war ein Leben!
Ich mochte, wenn ich wollte, vom absoluten Drecksschergen für Fürsten, Könige und Päpste zum allseits strahlenden Ritter und König Artur, zur Lichtgestalt und zum Erlöser Parzival und Kaiser Karl und Kaiser Friedrich aufsteigen, und konnte alles gleichzeitig sein.
Ich war offiziell das Erste und Wichtigste im Staate. Der Soldat.
Das war ein Leben.

Heute lebe ich das im Geheimen, noch geheimer als geheim. Nur die Geheimdienste wissen es.
Es ist immer Krieg.
Denn ein Beschluss einer Versammlung von Astrologen kann mich nicht aus dem Reich des Skorpions verbannen. Ich bin in der Seele der Menschen und Menschheit zu lange akzeptiert worden, als dass ein paar Worte auf einem Stück Papier mich stören könnten.
Mich zu befreien, mich aus dem Skorpion zu befreien, das kann ich nur selber tun, da hilft kein Gott, kein Kaiser, noch Tribun.

Erst wenn ich wieder im Skorpion lebe, leben darf, und es in einem oder aller Bewusstsein ist, dass ich im Skorpion zu Hause bin, dort lebe, und ich meinem skorpionischen Aussehens und Habitus entsprechend genommen und gefürchtet werde, kann ich erlöst und nur noch der Herrscher des Widders sein.

Vielleicht holt ein Jupitertransit meine für viel nicht mehr erlebbaren Qualitäten hervor.
Kann sein?
Wird sein.
Ich sorge dafür, zusammen mit jedem, wer will.

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